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Kollaboratives Lernen: Wie Opencast Studierende aktiv zusammenbringt

Kollaboratives Lernen in digitalen Lehrkontexten erfordert ein Umdenken. Lehr- und Lernprozesse befinden sich im Wandel, wobei die Digitalisierung neue didaktische Ansätze stärker in den Mittelpunkt rückt. Digitale Medien sind inzwischen ein integraler Bestandteil der Lehre und verdienen daher besondere Beachtung. Videos beispielsweise können mit geeigneten Tools zu einem aktiven Element digitaler Lernsettings werden. Im Hochschulbereich werden Videoinhalte jedoch häufig lediglich als passive Ergänzung zu Vorlesungen eingesetzt. Studierende konsumieren diese Inhalte zwar, setzen sich jedoch nicht immer aktiv damit auseinander. An dieser Stelle bietet Opencast als Werkzeug verschiedene Möglichkeiten, um die aktive Beteiligung der Studierenden zu fördern.

Wie Opencast die Lehre kollaborativ werden lässt

Opencast wird in erster Linie mit der Aufzeichnung von Vorlesungen in Verbindung gebracht. Besonders die automatisierte Aufnahmefunktion stellt für Lehrende eine spürbare Entlastung im Arbeitsalltag dar. Doch die Software bietet weit mehr als nur Mitschnitte. Videos können als zentrales Element digitaler Lehrkonzepte dienen: Sie stehen Studierenden zur Verfügung, um Inhalte nachzubereiten oder Veranstaltungen ortsunabhängig zu verfolgen. Funktionen wie Untertitelung und vielfältige Bearbeitungsoptionen ergänzen das Angebot sinnvoll. Zudem sorgt die nahtlose Integration in unterschiedliche Lernmanagementsysteme für einen unkomplizierten und effizienten Ablauf digitaler Lehrprozesse.

Mit Opencast lassen sich interaktive Lernformen unkompliziert in den Studienalltag einbinden und eröffnen neue Möglichkeiten für eine kollaborative Gestaltung der Lehre. Doch was bedeutet „kollaborativ“ in diesem Zusammenhang?

Kollaboratives Lernen geht über das bloße gemeinsame Lernen hinaus. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Erarbeiten und Konstruieren von Wissen. Es handelt sich um einen kooperativen Prozess, der von Austausch, Diskussion und gemeinsamer Reflexion geprägt ist. Aktive Beteiligung, gemeinschaftliche Gestaltung und dialogisch entwickeltes Wissen sind zentrale Elemente solcher Lernprozesse. Opencast kann diese Prozesse auf unterschiedliche Weise gezielt unterstützen.

Direkt im LMS - Interaktion leicht gemacht

In der Regel ist Opencast unmittelbar in das an der Hochschule genutzte Lernmanagementsystem integriert. Dadurch fungieren die bereitgestellten Videos als zentraler Bezugspunkt innerhalb des LMS und schaffen eine Grundlage für Diskussionen in Foren oder die gemeinsame Arbeit in Wikis. Auch Gruppenarbeiten lassen sich auf Basis eines Videos realisieren, da alle Beteiligten mit identischem Material arbeiten. Diese gemeinsame Ausgangsbasis erleichtert eine zielgerichtete Zusammenarbeit und ermöglicht fundierte, präzise Diskussionen. Insbesondere das Opencast Annotation Tool trägt dazu bei, die aktive Beteiligung der Studierenden zu fördern: Anmerkungen können direkt im Video platziert, mit anderen geteilt und kommentiert werden. Auf diese Weise entsteht ein lebendiger Austausch, der sich unmittelbar auf die Studieninhalte bezieht.

Darüber hinaus bieten Lernmanagementsysteme weitere Möglichkeiten zur aktiven Auseinandersetzung mit Videoinhalten. In Stud.IP können Studierende beispielsweise mithilfe der Courseware-Funktion Quizze oder zusätzliche Lernmodule auf Grundlage der Videos erstellen. Die Inhalte werden so in neue Formate überführt, was eine intensivere Beschäftigung fördert und einen nachhaltigen Wissensaufbau unterstützt.

Mit Tobira als Videoportal erhalten Studierende zudem die Möglichkeit, selbst Inhalte zu produzieren und hochzuladen. Hochschulen können hier flexibel agieren und bewusst Freiräume für eigenständige Projekte schaffen. Als benutzerfreundliche Plattform stellt Tobira zugleich ein attraktives Angebot dar. Besonders interessant ist für Studierende, dass sie nicht nur auf die Aufzeichnungen ihrer eigenen Lehrveranstaltungen zugreifen können, sondern auch auf fachübergreifende Inhalte. Wer etwa Mathematik studiert und sich zusätzlich für Astrophysik interessiert, kann entsprechende Vorlesungen ebenfalls online abrufen.

Interaktive Lernprozesse sind die Zukunft

Opencast bietet vielfältige Potenziale für die digitale Lehre und trägt dazu bei, kollaborative Lernprozesse zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Die dynamisch einsetzbaren Videoinhalte regen Lernende dazu an, sich intensiv und langfristig mit Studieninhalten auseinanderzusetzen. Unabhängig von Zeit und Ort können Studierende gemeinsam arbeiten, sich austauschen und vernetzen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zu inklusiven und zeitgemäßen Lernstrukturen geleistet.

Für Lehrende verändert sich zugleich die Art des Arbeitsaufwands – entscheidend ist dabei ein durchdachter didaktischer Einsatz von Opencast. Fragen der Benutzerfreundlichkeit sowie mögliche technische Herausforderungen werden durch Expert:innen begleitet und abgesichert. Hier setzt der elan e.V. an: Als aktives Mitglied der Opencast-Community wirken wir an der Entwicklung neuer Funktionen und Features mit und sind kontinuierlich über aktuelle Entwicklungen informiert.

Der Übergang vom passiven Konsum hin zu aktiver Zusammenarbeit zwischen Lernenden und Lehrenden wird durch Opencast maßgeblich unterstützt. Interaktive Lernformate prägen die Zukunft der Hochschullehre – und lassen sich mit Opencast in Kombination mit verschiedenen Lernmanagementsystemen effizient und praxisnah realisieren. Für eine digitale Lehre, die schon heute gelebt wird.

Porträt Rebekka Primus
Autorin: Rebekka Primus